About Guru

1. Wer ist der Urheber des Guru?

Skitouren zu planen, das heisst stets dieselbe Aufgabe zu lösen: Welche Touren passen gut zum aktuellen Lawinenbulletin? Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass von den grossen Schweizer Städten aus ohne weiteres 400 Skitouren zu erreichen sind. Jede Tour befindet sich in einem anderen Gefahrengebiet und weist eine spezifische Kombination aus Neigungen, Expositionen sowie Höhenlagen auf. Irgendwie wurde ich den Verdacht nie los, dass meine Vorauswahl suboptimal blieb.

Ein Computer kann das besser! Also hängte ich meinen Job als Software-Entwickler an den Nagel und begann Ende 2013 mit der Entwicklung eines Algorithmus. Zum Winterstart 2014/15 war es so weit, die erste Version ging online. Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten: Viel Lob aber auch Tadel. Da das Projekt klein und überschaubar war, fiel es mir nicht schwer den Feedback schnell einfliessen zu lassen.

Mittlerweile ist das Projekt gewachsen. Skitourenguru hat starke Partner gefunden, an vorderster Front Mammut, die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) und Gipfelbuch. Auch am Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos ist die anfängliche Skepsis interessierter Neugier gewichen. So ergab sich im Jahr 2017 die Möglichkeit im Rahmen eines einjährigen Projektes am SLF gemeinsam eine Gefahrenkarte für Skitourengänger zu entwickeln. Beim Schweizer Alpenclub (SAC) gehört der Skitourenguru mittlerweile zum Ausbildungsprogramm der Skitourenleiter.

Heute erfreut sich die Plattform wachsender Bekanntheit und Beliebtheit. Mit ein paar wenigen Clicks gelangst du zu einer Liste von „hochwertigen“ Tourenvorschlägen, die grundsätzlich zur aktuellen Lawinensituation passen. Die eigentliche Tourenplanung nimmt dir der Skitourenguru immer noch nicht ab, aber nun stehst du bei der Planung nicht mehr mit leeren Händen da, sondern mit einer Liste von vielversprechenden Kandidaten. Fast hätte ich's vergessen: Aufsteigen musst du immer noch aus eigener Kraft. Das heisst auch, kein Guru nimmt dir die Einzelhangbeurteilung ab.

Dies ist erst der Anfang. An Ideen fehlt es nicht. Jedes Jahr erschliessen sich neue Datenquellen, die eine Weiterentwicklung des Algorithmus ermöglichen. Zudem ist die Lawinengefahr nicht die einzige Fragestellung, mit der sich aktive Skitourengänger und Skitourengängerinnen herumschlagen müssen. Immer wichtiger ist auch die Frage nach der Qualität und Quantität des Schnees.

Es bleibt spannend, im Labor von Skitourenguru gewinnen ein paar vielversprechende Ideen allmählich erste Konturen. Überraschungen sind garantiert...

2. Lebenslauf in Kürze

  • 1964-1983: Das übliche Vorspiel in Wattwil (Toggenburg)
  • 1983-1989: Studium der Elektrotechnik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich
  • 1990-1998: Software-Entwickler in der Schweizer Industrie
  • 1999-2000: Auslandsaufenthalt Ecuador: Veröffentlichung von Bergführer Ecuador im Panico-Verlag.
  • 2001-2008: Software-Entwickler in der Schweizer Industrie
  • 2009-2010: Mitarbeit bei der NGO Peace Brigades International (PBI): Schutzbegleitungen von Menschenrechtsaktivisten in Kolumbien
  • 2011-2012: Software-Entwickler in der Schweizer Industrie
  • 2013-2017: Entwicklung und Betrieb der Plattform www.skitourenguru.ch
  • 2017-2017: Mitarbeiter am Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos: Entwicklung einer Gefahrenkarte für Schneesportler.
  • 2018-2029: Weiterentwicklung und Betrieb der Plattform www.skitourenguru.ch

3. Und warum Guru?

Damit keine Missverständnisse aufkommen, gemeint ist der Algorithmus und nicht dessen Urheber. Ein Guru ("schwer", "gewichtig") ist ein religiöser Titel für einen spirituellen Lehrer im Sikhismus und im tantrischen Buddhismus. Weiter schreibt Wikipedia, dass im zeitgenössischen, westlichen Sprachgebrauch "Guru" oftmals mit pejorativ spöttischer oder ironischer Bedeutung benutzt wird. Der Begriff "Guru" ist Programm, er soll einen kritisch-skeptischen Reflex bei den Benutzern der Seite auslösen. Dennoch hat das Projekt den Anspruch die Thematik auf hohem Niveau angemessen zu behandeln. Das Planungstool wird im besten Wissen und Gewissen sorgfältig entworfen und implementiert. Dass dieser Prozess nie abgeschlossen ist, liegt auf der Hand.

4. Und wie sieht der Guru aus?

Willst du's wirklich wissen?