Weiterentwicklung

Dies ist erst der Anfang! Die folgenden Arbeiten sind geplant und sollen je nach Möglichkeit früher oder später umgesetzt werden:

1. ATES-Gefahrenkarte

Im Jahre 2006 hat "Parks Canada" die neue Skala Avalanche Terrain Exposure Scale (ATES) vorgestellt. Mit Hilfe dieser Skala ist es möglich über jeden Punkt im Gelände eine Aussage darüber zu machen, wie sehr der Punkt gegenüber Lawinen exponiert ist. Das spezielle an ATES ist der Fokus auf das Gelände. D.h. bei der Gelände-Klassifizierung nach ATES werden zunächst die aktuellen Schneeverhältnisse ausser acht gelassen und ausschliesslich die Eigenschaften des Geländes und deren mögliche Auswirkung auf die Lawinenaktivität berücksichtigt. Das spezielle an ATES ist, dass eine umfassende Geländeanalyse vorgenommen wird und mehr als nur die Neigung berücksichtigt wird.

Skitourenguru wird voraussichtlich auf den Winter 2017/18 eine flächendeckende ATES-Gefahrenkarte für den Schweizer Alpenraum einbinden. ATES-Gefahrenkarten weisen direkt auf mögliche Schlüsselstellen hinsichtlich der Lawinengefahr hin. Sie können deshalb die Planung eines optimalen Routenverlaufes unterstützen. Mehr zum Thema findest du unter Avalanche Terrain Exposure Scale (ATES).

2. Risiko-Karte

Bisher berechnet Skitourenguru Risiko-Indikatoren für Strecken und Ziele. Genauso gut ist es jedoch möglich mit Hilfe einer ATES-Gefahrenkarte und einer Reduktionsmethode eine flächige Risiko-Karte zu berechnen. Diese weist jedem Punkt im Gelände einen Risiko-Indikator (grün, orange, rot) zu. Im Gegensatz zur ATES-Gefahrenkarte wird hier nicht nur das Gelände, sondern werden auch die aktuellen Schneeverhältnisse mit berücksichtigt.

Um aus einer ATES-Gefahrenkarte und dem aktuellen Lawinenbulletin eine Risiko-Karte zu berechnen, muss eine neue Reduktionsmethode entworfen werden. Ziel ist es aus dem bekannten Wissen über Begehungsfrequenzen und Lawinenunfällen eine neue Reduktionsmethode abzuleiten. Im Unterschied zu den bekannten Reduktionsmethoden wird sich die zu entwickelnde Reduktionsmethode ausschliesslich an die Maschine und nicht an den Menschen richten.

3. Bewertung von Routenkorridoren

Mit der Berechnung von Routenkorridoren hat sich Andreas Eisenhut in der Masterarbeit "Skitourenplanung auf Knopfdruck?" beschäftigt. Es liegt auf der Hand, dass die ATES-Gefahrenkarte bei der Korridor-Berechnung eine zentrale Rolle spielt.

Zur Zeit bewertet Skitourenguru Risiko-Indikatoren über einen konkreten Routenverlauf. Zwar wird das Gelände im Umfeld der Route mit berücksichtigt, besser wäre es jedoch einen Algorithmus zu entwerfen, der einen Korridor als Ganzes bewertet. Eine naheliegende Idee geht davon aus, dass der Risiko-Indikator über die "Idealroute" innerhalb des Routenkorridors berechnet werden muss.

4. Textauswertung

Skitourenguru wertet den Begleittext zum Lawinenbulletin aus, um die Gefahrenstufe feiner zu skalieren. Das entsprechende Modul soll weiterentwickelt werden, indem zusätzliche Themen und Qualifikatoren berücksichtigt werden. Zudem soll der Satzkontext besser berücksichtigt werden. Mehr zur Textauswertung siehe unter Gefahrenskalen.

5. Skitouren

Ziel ist es ca. 1200 eintägige Skitouren und ca. 200 zweitägige Skitouren zu erfassen. Gleichzeitig müssen jedoch auch alle bereits erfassten Skitouren in ihrem Verlauf optimiert bzw. korrigiert werden.

6. Schneemasken

Wo hat's Schnee, wo hat's keinen Schnee? Eine wichtige Frage bei der Skitourenplanung. Zwar stehen uns die Schneemengenkarten des SLF zur Verfügung, diese sind aber nicht besonders hoch aufgelöst. Skitourenguru entwickelt einen Algorithmus, der in der Lage ist tagesaktuelle Schneemasken für den Alpenraum zu berechnen.

7. Bewertung von User-generierten Routen

Ein immer wieder genannter Wunsch: Die Bewertung von User-generierten Routen. Ein User erstellt von Hand an der Karte eine Route, schickt diese an Skitourenguru und erhält einen umfassenden Feedback zurück:

  1. Es wird ein Routenkorridor um die Route berechnet.
  2. Es wird eine Idealroute in den Routenkorridor gelegt. Diese Idealroute kann als Korrektur zur manuell erstellten Route aufgefasst werden.
  3. Jedem Segment auf der korrigierten Route wird ein Risiko-Indikator zugewiesen.
  4. Es wird ein Risiko-Indikator über die gesamte, korrigierte Route berechnet.

Skitourenguru bietet eine Programmierschnittstelle an, die von beliebigen Web-Seiten (z.B. WhiteRisk, SAC, Gipfelbuch, Hikr, ect.) genutzt werden kann.

8. Internationalisierung

Die Methodik von Skitourenguru ist geeignet für Gebirge, die mit einer hochwertigen Lawinenwarnung versorgt werden. Im Fokus steht der ganze Alpenraum. Nichts spricht gegen eine Ausweitung auf Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien.

9. Alpintechnischer Schwierigkeitsgrad

Die manuelle Bewertung des Schwierigkeitsgrades von Routen ist unbefriedigend. In Form der SAC-Skitourenskala steht uns zwar ein Bewertungsschema zur Verfügung, dieses wird aber sehr uneinheitlich angewandt. Dank hochaufgelösten Höhenmodellen ist die Entwicklung eines Algorithmus möglich, der diese Aufgabe reproduzierbar und einheitlich übernimmt.


Viel Arbeit! Wann was genau umgesetzt sein wird, hängt u.a. auch davon ab, welche Partner Skitourenguru gewinnen kann. Falls du weitere Ideen für neue Features oder Korrekturen hast, mache bitte einen Eintrag im Forum Weiterentwicklung.